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Lepis (griechisch) heißt „Schuppe“, und dendron (ebenfalls griechisch) heißt „Baum“. Insofern ist der deutsche Name Schuppenbaum für Lepidodendron eine sehr wörtliche Übersetzung. Und sie ist auch treffend, denn der Name „Schuppenbaum“ kommt von dem schuppigen Aussehen der Stammoberfläche. Deren äußere Rinde war mit den Blattpolstern der von dort abgefallenen Blätter übersät, und das sah aus wie das regelmäßige Schuppenmuster einer Reptilienhaut.
    Lepidodendron und seine Verwandten gehören zu den Bärlapp-Gewächsen, einer Gruppe von Sporenpflanzen, die es, allerdings mit unauffälligeren, kleineren Vertretern, bis heute gibt. Zur Zeit des Karbons und seiner Sumpfwälder, also vor etwa 300 Millionen Jahren, bildete diese Pflanzengruppe riesige Bäume - einige wurden bis 40 Meter hoch und erreichten Stammdurchmesser von 2 Metern. Die meisten Lepidodendron-Bäume blieben allerdings kleiner.
Weil sie in bestimmten Zeiten des Oberkarbons in den Kohlewäldern so häufig waren - bis zu 70 % der Biomasse dieser Wälder bestand aus Lepidodendren - liegen uns sehr viele Funde vor. Wir kennen anatomisch erhaltene Reste, Abdrücke, Steinkern-Ausfüllungen der Stammhohlräume im Schlamm und kohlig erhaltene Reste. Lepidodendron ist daher die am besten bekannte Pflanzengruppe dieser Zeit.
    Die Stämme waren sehr unterschiedlich von denen heutiger Waldbäume aufgebaut. Bis zu 98 % des Stamms und der Äste bestanden nämlich aus Rinde, der Holzkörper im Inneren war nur sehr klein. Im Gegensatz dazu erreicht die Rinde bei den heutigen Baumstämmen mit ihrem überwiegenden Holzanteil höchstens einen Anteil von 25 %, meist noch weniger.
    Die unterirdischen Organe, also die „Wurzeln“ der Lepidodendren werden oft im ehemaligen Lehm und Ton direkt unterhalb der Kohleflöze gefunden, und sie heißen „Stigmarien“. Abdrücke solcher Stigmarien sind nur wenige Meter von Gondwana - Das Praehistorium entfernt zu finden: auf der großen Halde des ehemaligen Bergwerks Reden. Anders als die Wurzeln heutiger Bäume waren die Stigmarien der Lepidodendren gleichstark zweigegabelt (also „dichotom“ verzweigt). Diesen Bau kann man an den Wurzeln der Lepidodendren im Karbonwald bei Gondwana - Das Praehistorium gut sehen.
    Wer genauer sucht, findet im Wasser im Karbonwald des Praehistoriums auch die Fortpflanzungsorgane, die Zapfen, dieser Bäume. Sie werden Lepidostrobus genannt und sind etwa 20 bis 30 Zentimeter, in Ausnahmefällen aber bis zu 50 Zentimeter lang. In diesen Zapfen reiften die Sporen, aus denen dann, in einem Generationswechsel, wie er für diese Pflanzen typisch ist, die kleinwüchsige Geschlechts-Generation, der „Gametophyt“ keimte. Erst nachdem sich dann die männlichen und die weiblichen Geschlechtszellen dieser Gametenpflanzen vereinigt haben, entstand daraus wieder eine Sporenpflanze, ein neuer Lepidodendron-Baum.
    Dadurch, dass das Klima etwas später im Oberkarbon und im darauf folgenden Perm immer trockener wurde und die Fläche der Kohlensumpfwälder stark zurückging, wurden auch die Lepidodendren seltener. In Europa und in Amerika starben sie am Ende der Karbonzeit aus, und machten anderen Pflanzengruppen (wie den ersten Nadelhölzern) Platz, die besser an die Trockenheit angepasst waren.

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