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Im Karbonwald bei Gondwana - Das Praehistorium fallen neben den Schuppenbäumen, den Siegelbäumen und den kleineren Baumfarnen (alles Sporenpflanzen) auch Bäume mit "normalem" Holzstamm auf, die in ihrer Krone lange, bandförmige Blätter tragen. Das Praehistorium zeigt sie im Sumpfwasser stehend, mit Luftwurzeln, so wie die heutigen Mangroven. Das ist ein Teil des Bildes, das wir heute von den Wuchsformen und Standorten der Cordaiten haben. Viele wuchsen nämlich in den sumpfigen Tiefland-Standorten der Kohlesümpfe dieser Zeit, und manche davon werden eben auch in Meeres-beeinflussten Sümpfen als früheste Mangroven der Erdgeschichte gesehen. Andere Cordaiten wuchsen aber auch an trockeneren Orten der Hinterländer und des Berglands der Karbonzeit und waren hier möglicherweise Teil von Pflanzengemeinschaften, die sogar Waldbrände überstehen konnten.
Der trockenere Wuchsort hängt bei den Cordaiten eng mit der Anatomie und mit den Fortpflanzungsart zusammen. Die ledrigen, bandartigen Blätter waren gegen Wasserverlust gut geschützt, und die Fortplanzung mit Hilfe von Samen (Samenpflanzen "verlegen" ihren Generationswechsel nämlich auf die Samen der Mutterpflanze statt auf die kleinen, sehr feuchtigkeitsbedürftigen Gameten-Pflanzchen, die bei den Sporenpflanzen aus den Sporen keimen. Dadurch sind sie nicht mehr auf nasse und feuchte Standorte angewiesen.
Im Unterschied zu den baumförmigen Bärlappgewächsen (Schuppenbäume und Siegelbäume) und zu den Baumfarnen hatten die Cordaiten einen ausgeprägten Holzteil in ihren Stammen, waren also im Stamm ähnlich gebaut, wie die heutigen Waldbäume unserer Breiten, besonders die  Nadelhölzer (Coniferen). Und in der Tat sind die Cordaiten mit den Nadelhölzern eng verwandt. Sie sind allerdings nicht deren Vorfahren, sondern haben sich zur Karbon-Zeit neben den Nadelhölzern aus gemeinsamen Vorfahren, die zur Zeit des Oberdevons gelebt haben, entwickelt.
Cordaiten konnten, mit bis zu 45 Metern Höhe, sehr groß werden, es gab aber auch kleine, strauchartige Formen. Der paläobotanische Name "Cordaites" bezieht sich nur auf die charakteristischen, bandartigen Blätter. Die anderen Teile dieser Bäume werden mit anderen Namen benannt, so ist zum Beispiel "Cordaianthus" der Name für die zapfenartigen Fortpflanzungsorgane, die entweder, bei den weiblichen Exemplaren, die Samenanlagen, oder, bei den männlichen, die Pollensäcke, trugen. Cordaites-Blätter sind, neben vielen anderen Pflanzenresten der Karbonzeit, auf den Halden direkt bei Gondwana - Das Praehistorium zu finden. Man erkennt sie an der ausgeprägt paralleladrigen Nervatur ihrer Blätter.

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